Madagaskar ist anders. Madagaskar
soll der „Ort allen Ursprungs sein“! Diese Insel hat eine
eigene Evolution durchlaufen – sowohl aus biologischer, als
auch aus mythologischer Sicht. Durch die Isolation haben sich Tierarten,
die in anderen Teilen der Welt ausgestorben sind, erhalten und auf
ganz eigensinnige Weise weiterentwickelt – zum Beispiel die
Lemuren. Und diese Halbaffen sind es, die zum Symbol für die
Einzigartigkeit von Madagaskar geworden sind. Die letzte Verbindung
zu „Lemuria“, dem sagenumwobenen Kontinent, der vor 49000
Jahren im Meer versunken ist? Lemuria soll sich von Madagaskar bis
Malaysia erstreckt haben. In „Lemuria“ hatten die Toten
mehr Macht als die Lebenden. Und auch die Madagassen führen ein
„Leben für die Toten“. Auf unserer Spurensuche begegnen
wir den Ahnen und Mythen der Madagassen, bizarren Landschaften und
einer Fülle an Tieren und Pflanzen, die selbst die Fanatasie
nicht erfinden könnte. Ist Madagaskar das Vermächtnis des
Mythos Lemuria?


Madagaskar
ist so groß wie Frankreich, Holland und Belgien zusammen. Aber
es hat nichts mit Europa zu tun – außer in unseren Vorstellungen
von Piraten und Kolonialherren! Madagaskar hat sich völlig eigenständig
entwickelt und dabei einen wahren Schatz an den wohl ungewöhnlichsten
Tieren, Pflanzen und Landschaften hervorgebracht, den selbst die Fantasie
nicht erfinden könnte. Wissenschaftler halten diese Insel für
ein Überbleibsel des sagenhaften versunkenen Kontinents „Lemuria“.
Diese Vorstellung ist fesselnd, denn sie wäre eine Erklärung
dafür, wieso auf Madagaskar alles so ganz anders ist –
so viel geheimnisvoller, magischer und voller Mythen. Wir begegneten
auf Madagaskar oft den Ahnen, wurden mit dem Totenkult und mit der
gänzlich anderen Denk- und Lebensweisen der 18 madagassischen
Volksstämme konfrontiert.
10 Jahre nach unserer ersten Reise nach Madagaskar sind wir zurückgekehrt,
um uns auf die Suche nach dem Erbe des geheimnis-vollen Kontinents
Lemuria zu begeben. Madagaskar verzauberte uns durch seine Andersartigkeit
und überraschte uns immer wieder auf unvorhersehbare Weise...
Wenn sich der Nebel lichtet und die ersten Sonnenstrahlen des Tages
durch das üppige Blätterdach des Regenwaldes brechen, sorgen
die schallenden Rufe der “Waldgeister” dafür, dass
sich dieses Erlebnis unauslöschlich ins Gedächtnis prägt.
Doch Madagaskar weckt nicht nur Emotionen, sondern spricht alle Sinne
gleichermaßen an und gönnt dem ambitionierten Reisenden
keine Verschnaufpause.
Die sumpfigen Reisterrassen des Hochlandes gehen über in die
dichten Regenwälder der Ostküste, im Westen ragen die größten
Affenbrotbäume der Welt aus den wogenden Feldern – eine
Sinfonie in Grün, ein Fest für die Augen!
Madagaskar vereint auf kleinstem Raum unterschiedlichste Klimazonen
und facettenreiche Landschaften. Wenn die Sonne untergeht, verwandelt
sich der Himmel über Madagaskar in ein glühendes Farbenspiel
aus facettenreichen Rottönen – pure Magie!
Madagaskar
ist ein Mikrokontinent mit sieben Baobarten, über 140 Froscharten,
mehr als der Hälfte aller Chamäleonarten dieser Erde und
über 70 Arten von „Waldgeistern“, den Lemuren. Ist
das, was wir in den Regenwäldern, in den weiten Steppenlandschaften,
in den Wüsten- und Halbwüsten, in den Nadelfelslabyrinthen
der Tsingys oder den ausgedehnten Küsten fanden, tatsächlich
das Erbe von Lemuria?
Von den Chamäleons glauben die Madagassen, dass Sie Unglücksboten
seien, die mit einem Auge im Diesseits wohnen und mit dem anderen
zum Jenseits Kontakt aufnehmen. Deshalb wundert es uns auch nicht
mehr, dass bei dieser Artenvielfalt auf Madagaskar eine Fülle
von verschiedensten Geistern in der Vorstellung der Menschen lebt.
Wohin wir auch auf der Roten Insel kamen, überall wurden wir
mit dem Ahnenkult konfrontiert, mit einem „Leben für die
Toten“: Mit stattlichen Grabanlagen – geschmückt
mit Wandbildern und geschnitzen Aloalo-Pfählen. Mit den verehrten
Zebus, die nur zum Totenritual geschlachtet werden. Mit exhumierten
Toten, die bei der traditionellen Famadihana in neue Tücher gewickelt
werden und durch das Dorf getragen werden. Ein Fest für die Toten!
Auch auf Lemuria sollen die Toten mehr Macht als die Lebenden gehabt
haben. Dieser versunkene Kontinent erstreckte sich von Madagaskar
bis Malaysia – und auch die ersten Siedler, die Madagaskar erreichten,
stammten erstaunlicherweise nicht vom nahen afrikanischen Festland
sondern aus dem indomalaischen Raum. Lemuria war jedoch schon lange
zuvor untergegangen...
Tauchen Sie ein in eine farbenprächtige Welt voller Exotik und
Magie. Begegnen Sie geheimnisvollen Zaubertränken und Geistheilern.
Blicken Sie den geschickten Handwerkern über die Schulter, wenn
Sie nach altüberlieferter Tradition Vasen verzieren oder Holzintarsien
fertigen.
Begleiten Sie uns zu den Fabelwesen eines vergessenen Kontinents,
dem Kontinent Lemuria...
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